„Die Mittelmole ist ein wahres Filetstück"*

* Claus Ruhe Madsen, Oberbürgermeister Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Warum 
„Viele Mittel – eine Mole"?

Die Mittelmole ist „Rostocks Tor zur Welt“. Auf diesem kleinen Stück Warnemündes kommen zahlreiche Interessenlagen zusammen. Ein Konsens, was damit passieren soll, konnte bisher aber nicht gefunden werden. Im Rahmen des Projektes „Viele Mittel, eine Mole – Rostock beteiligt“ finden wir heraus, wohin sich die Mittelmole nach langen Jahren ohne Entwicklungskonsens entwickeln kann. Welche Rolle sollte sie für die Entwicklung Warnemündes und Rostocks übernehmen, um dem Ruf des Filetstücks gerecht zu werden?

Welche Ziele
hat das Projekt?

Wir wollen Lust auf die Zukunft der Mittelmole, Warnemündes und auch Rostocks machen. Mit diesem öffentlichen Dialog schauen wir gemeinsam über die Tellerrand. Ziel des Projekts ist es, in einem „öffentlichen Gutachten“ ein umfassendes Stimmungsbild der Möglichkeiten der Mittelmole zu erarbeiten. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, die Mittelmole fit für die Zukunft zu machen.

Die bisherigen Planungen fließen dabei genauso in das Gutachten, wie die ortsspezifischen Bedürfnisse der Verwaltung, der zentralen Akteur*innen und natürlich der Bürgerinnen und Bürger. Bewusst wechseln wir dafür die Perspektive und fragen: Welche Geschichte soll die Mittelmole in Zukunft erzählen? Welchen Beitrag kann und soll sie für die Gesamtstadt Rostock leisten? 

Schema zur Klärung der Frage „Welche Trends kommen in Zukunft auf Rostock zu? Welche Rolle kann in der Bearbeitung dieser Trends die Mittelmole übernehmen?" © urbanista

Fakten und Fragen zum Projekt

Im Norden der Hanse- und Universitätsstadt Rostock liegt die Mittelmole als Teil des Seebades Warnemünde. Der Ortsteil wird nicht nur durch das Bild als historischer Fischerort geprägt, sondern auch durch die Anlaufstelle der Kreuzfahrtschiffe, welche einen wichtigen wirtschaftlichen und touristischen Faktor ausmachen. Als „Tor zur Welt“ liegt die Mittelmole hoch attraktiv und bringt viele Qualitäten für Rostock und Warnemünde mit sich. Hier ist der Landessportbund ansässig. Sowohl Einheimische, als auch Tourst*innen kommen mit der S-Bahn oder dem ICE auf der Mittelmole an. Von hier aus verbindet die Fähre die Rostocker Ortsteile Warnemünde und Hohe Düne. Durch die zukünftigen Planungen auf diesem Projektgebiet sollen die Qualitäten gefördert und verstärkt werden.

Zukunft bedeutet, sich schon heute darauf vorzubereiten. Da der Prozess um die Mittelmole bereits seit vielen Jahren andauert, gilt es kritisch zu prüfen, ob aktuellere Zukunftstrends und Herausforderungen angemessen berücksichtigt wurden, um die Mittelmole, Warnemünde und Rostock selbst fit für die Zukunft zu machen.

Das in den Jahren 2010/2011 entwickelte Strukturkonzept dient als planerische Grundlage für die städtebauliche  Entwicklung Warnemündes. Seit 2015  wird das Konzept überprüft.


Das Strukturkonzept setzt sich ausführlich mit der städtebaulichen, funktionalen und stadtökonomischen Ausgangssituation auseinander und stellt diesen Bereich entsprechend als eigenes räumliches Handlungsfeld heraus. Die Analyse erfolgt in den Bereichen: 1) Städtebau und Ortsbild, Grün- und Freiraum, Mittelmole; 2) Verkehr und Mobilität 3) Wirtschaft und Gewerbe, Kreuzschifffahrt; 4) Wohnen und Infrastruktur und 5) Tourismus. Genauere Informationen findest Du hier.

2019 beauftragte uns der Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock damit, beim bisher ohne Konsens gebliebenen Prozess zur Entwicklung der Mittelmole innezuhalten und mit frischem Wind neu durchzustarten. 

Mit dem Projekt „Viele Mittel, eine Mole – Rostock beteiligt“ wird der besondere Raum der Mittelmole nochmal neu betrachtet – beide Prozesse laufen also unabhängig voneinander. Die Ergebnisse unseres Projekts werden an die Verwaltung der Stadt Rostock mit dem Ziel der Berücksichtigung in den weiteren Planungen übergeben. So werden beide Prozesse im Sinne einer integrierten Planung von der Verwaltung wieder zusammengeführt und in eine Entscheidungsgrundlage für die Rostocker Bürgerschaft überführt. 

Der Prozess wird von der Stadt Rostock – genauer, dem Oberbürgermeister der Stadt – initiiert. Mit der Durchführung und Ausarbeitung wurde das Büro urbanista aus Hamburg beauftragt. urbanista ist eines der führenden Büros für Stadtentwicklung und urbane Zukunftsstrategien. Näheres findet Ihr hier.

In den ersten beiden Projektphasen zählen wir auf das Wissen der Akteurinnen und Akteuren vor Ort und sammeln dieses ein. Dazu zählen die Grundstückseigentümer*innen, politische Vertreter*innen, zentrale wirtschaftliche Kräfte sowie Vertreter*innen verschiedener Bildungs- und Sportangebote und Kulturschaffende aus Rostock und Warnemünde. Sie spannen die Bandbreite der Möglichkeiten für die Entwicklung der Mittelmole auf. Gemeinsam mit den Planungen der Verwaltung bilden sie die Grundlagen für die breite Öffentlichkeitsbeteiligung. Die zentralen Akteur*innen wurden durch uns und die Verwaltung der Stadt Rostock zusammengestellt und direkt eingeladen.

Beim Online-Dialog und der finalen Prüfwerkstatt haben alle Rostocker*innen und Warnemünder*innen die Möglichkeit, die auf dem Tisch liegenden Optionen für die Mittelmole zu diskutieren und zu bewerten. Näheres zum Zeitplan und dem Start des Online-Dialogs findest Du hier.

Bis zur finalen öffentlichen Veranstaltung, der sogenannten Prüfwerkstatt, hören wir den Vertreter*innen aus Verwaltung und Politik, den Stakeholder*innen und den Bürger*innen zu und sammeln Optionen und Ideen für die Mittelmole. Bei der Prüfwerkstatt legen wir alle Optionen nebeneinander auf den Tisch und diskutieren gemeinsam den Entwicklungshorizont der Mittelmole. Gemeinsam klären wir die Frage, wie die Mittelmole zu dem vielzitierten Filetstück  werden kann und welche Ziele mit der Entwicklung für Warnemünde und Rostock verfolgt werden sollten.

Das Projekt baut auf Deinem Engagement in den vorherigen Beteiligungsformaten des Strukturkonzepts auf. Gemeinsam mit Dir können die Ergebnisse und Planungen im Rahmen der zeitgemäßen Fragestellungen angepasst werden. Das Projekt startet somit nicht bei Null, Deine bisherigen Hinweise werden berücksichtigt, werden neu begutachtet und mit neuen Fragestellungen zur Zukunft angereichert.

Unter den zentralen Akteur*innen verstehen wir jene Institutionen, die ein grundsätzliches Interesse am Projektgebiet oder -thema haben oder direkt oder indirekt von den Planungen betroffen sind. So wird der Kreis der zu Beteiligenden genauer definiert, damit kein Umsetzender vergessen wird. Diese Liste wird im Laufe des Projekts durch die Stadt Rostock und uns stetig angepasst und bei Bedarf erweitert.

Der Prozess startete im Herbst/Winter 2020. Die öffentlichen, digitalen und analogen Beteiligungsformate laufen seit Oktober bis voraussichtlich Mai 2021. Die Ergebnisse werden im 2. Quartal 2021 erwartet.

Die Ergebnisse werden in einem „öffentlichen Gutachten“, einem Ergebnispapier, zusammengefasst. Dieses bildet die Grundlage zur Erstellung einer Beschlussvorlage für die Bürgerschaft zur Erstellung des Bebauungsplans Mittelmole. Es dient als strategische Entscheidungshilfe. Außerdem fließen die Ergebnisse des Dialogs in die Fortschreibung des Strukturkonzepts Warnemünde ein.

Wir sprechen von einem „öffentlichen Gutachten“, weil die gesamte Stadtöffentlichkeit sich an diesem Prozess beteiligen kann und darüber die Inhalte des Gutachtens generiert. Gemeinsam finden wir in den verschiedenen Formaten heraus, in welche Richtung sich die Mittelmole zukünftig warum entwickeln könnte.

Mit der strategischen Entscheidungshilfe, dem „öffentlichen Gutachten“, an der Hand entscheidet die Bürgerschaft Rostock über die nächsten Schritte. Planerisch wird die Mittelmole im Anschluss durch die Verwaltung der Stadt weiter bearbeitet.

Siezen oder Duzen ist eine äußerst heikle Frage. Wir haben uns bei „Viele Mittel, eine Mole – Rostock beteiligt“ für das freundschaftliche „Du” entschieden. Die direkte Ansprache in unseren Kommunikationsmitteln soll auffordernd wirken, selbst Position zu beziehen und zu handeln. Unsere Erfahrungen aus vielen anderen Dialogverfahren haben gezeigt, dass das persönliche „Du” die Distanz verringert und so die Kommunikation erleichtert. Wir wollen natürlich niemanden ausgrenzen oder unhöflich wirken. Und in den direkten Gesprächen auf unseren Veranstaltungen und an den Dialogständen siezen wir die Menschen selbstverständlich.